Malaga hat sich heraus geputzt, oder ist auf dem besten Weg dorthin. Jahre lang fristete Malaga in Andalusien eher ein stiefmütterliches Dasein und war im Gegensatz zu den Zugpferden wie Sevilla oder Granada eher die dritte Liga.

Mit Málaga brachte jeder den Flughafen in Verbindung, gefolgt von unzähligen Autovermietungen, und damit machte sich dann der Urlauber in alle Himmelsrichtungen auf und davon. Auch wenn es nur die fragwürdigen Hotelanlagen in Torremolinos waren, welche direkt nebenan liegen.

Aber mit 600 000 Einwohnern ist Málaga ernstzunehmende Hausnummer in Spanien, und ich war 3 Tage mit Anastassia und Bob von Bike2Malaga unterwegs, welche alles von, zu und über Málaga wissen.

Málaga wirkt zur Zeit sehr bastelig und provisorisch, was daran liegt, dass eine Metro gebaut wird. Es ist also, je näher du in die Innenstadt kommst, eine große Baustelle, auf welcher ich noch nie Bauarbeiter gesehen habe. Aber die sind ja eher Unter Tage zugange und ein zeitlicher Rahmen zur Fertigstellung scheint eher eine untergeordnete Rolle zu spielen.

Mir, als Tarifabewohner macht eine so große Stadt erst mal viel Spaß, denn es gibt alles zu kaufen, und man wird wieder wie ein Tourist behandelt. Warum auch nicht, ich habe da nichts gegen. Deutsche, zumindest die, welche ich kenne oder beobachte, grenzen sich ja gerne vom “Touristsein”, ab, was etwas albern wirkt. Aber darum geht es hier auch nicht.

Wir sind ja in Spanien, genauer genommen in einem Feriengebiet, sprich Málaga. Mein Zugang zu Málaga beschränkte sich 13 Jahre auf die Drehscheibe Busbahnhof, bis ich Freunde in Málaga kennenlernte, durch welche ich einen Zugang zu Málaga bekam. Sozusagen direkt aus der Innenstadt und dem dortigen Leben, was sich daran festmachen lässt, dass die hier sogenannte “Locals” sind, und genau wissen, wohin man gehen kann. Schließlich kann man in Málaga sehr schnell auf die Nase fallen, da die unzähligen Restaurants für genau diese Touristen gemacht sind. Schlechte Qualität und nicht ganz klare Preise machen alles ein wenig undurchsichtig, und es bleibt immer ein wenig unter der Grenze an der sich auch niemand herum streiten mag. Im Grunde sollte man dahin gehen, wo viele Spanier sind. Dort ist dann immer ok.

Leider bin ich jetzt nicht der Mensch, der durch alle Burgen oder Museen marschieren muss, um irgendwelche Ritterrüstungen anzugucken, oder mir Malereien von Picasso anzusehen, was mir einfach zu elitär ist. Dem Bildungsbürgertum gehe ich lieber aus dem Weg. Man weiss ja nie, ob man vielleicht seine alte Klassenlehrerin treffen könnte.
Ich bevorzuge heimelige Bars und die lokale Küche, schlicht und einfach das lokale Lebensgefühl, welches meines Erachtens in Málaga ganz gut erhalten ist. Es ist auf angenehme Weise International, und so sitzen die Malagueños mit Japanern und andernen Nationalitäten fröhlich in den zahlreichen Bars der Innenstadt herum und es ist immer eine sehr angenehme Mischung, was diese Stadt sehr lebendig und jung, auf mich wirken lässt.

Das Konsulat in Málaga, oder eine Beglaubigung das Ich, ich bin

Ein paar Schritte vom Haupteingang des Busbahnhofes entfernt liegt das Deutsche Konsulat. Wie auf der ganzen Welt, lungert auch in Malaga, viel Gesindel um den Bahnhof herum. Insbesondere vor dem Konsulat, wofür ein Málaga bekannter An- und Verkaufladen verantwortlich ist, in welchem die Junkies unbürokratisch ihren Krempel los bekommen. Der Erwerb von Drogen, jeglicher Art wird vor dem Laden genauso unbürokratisch gehandhabt.
Ich als Deutscher frage mich natürlich, warum gerade hier vor der Türe des Konsulat soviele Penner zusammen rotten. Nicht das ich etwas Superrepräsentatives erwarte, aber ein wenig “Assi” ist das schon und wir sind ja auch nicht in Berlin.

Im Konsulat selbst geht es relativ Familiär zu. Klar, es gibt eine Sicherheitsschleuse,  und alles wird durchleuchtet, aber das ist wohl dem Zeitgeist zu verdanken, und ich mag ja auch nicht einem Anschlag zum Opfer fallen.
Es ist sogar witzig im Konsulat, und ich bin wirklich beeindruckt, wie hilfsbereit die Mitarbeiter sind. Aber gut, bei den horrenden Preisen kann ein “Bürgerservice” auch erwartet werden. Alles kann man bequem vorab mit Mails klären, und es wird einem alles verständlich mitgeteilt, was mitzubringen ist. Ich habe mir angewöhnt, die gewünschten Formulare, oder den Sachverhalt direkt mit ans Konsulat zu mailen, damit erst gar keine Missverständnisse entstehen. Dann wissen alle worum es geht und es ist für alle Beteiligten am einfachsten.
Smalltalk und Witzeleien machen den Besuch beim Konsulat schon zu einem richtigen Erlebnis, was ich von einer Deutschen Behörde nie gedacht hätte. Scheinbar gehört die Preussische Amtsstube, samt Pickelhaube, tatsächlich der Vergangenheit an.
Auf die Frage, ob ich denn mit Karte bezahlen könnte, wurde mir sogar schon fast süß geantwortet.
»Lieber nicht, dass macht mir viel mehr Arbeit! Dann muss ich noch mehr lästigen Papierkram machen«
Willkommen in España 😀