Mitte Oktober war es wieder so weit. Unzählige Gänsegeier zogen über La Peña bei Tarifa ihre beeindruckenden Kreise und es war klar, dass auf dem Geierfutterplatz wieder ein verendetes Tier liegen muss.
Diesmal war es eine ausgewachsene Kuh, welcher sich die ersten Geier fast schüchtern näherten. So passierte an den ersten beiden Tagen nicht viel und die Kuh füllte sich zusehends mit Gasen und blähte sich erschreckend auf.

Kurzum, die Gänsegeier ließen sich diesmal etwas Zeit und machten sich nicht unmittelbar über die Kuh her. Es mag auch daran gelegen haben, dass die Kuh aus Sicht der Geier noch nicht schmackhaft genug war.
Denn diese scheuen Vögel sind vor ihrem Fressrausch durchaus vorsichtig und umkreisen ihre Beute minuten, wenn nicht stundenlang, bevor sich die ersten Tiere auf dem Aas niederlassen. Diese Zeit kann sich auch in die Länge ziehen, umso näher man an das Geschehen rückt und einfsch stört.
Je nach Situation gesellen sich dann nach und nach weitere Geier hinzu um das verendete Tier von innen her auszuweiden. Dabei geht es alles andere als geordnet zu und die Streitigkeiten sind gut zu sehen. Es ist das klassische hauen und stechen. Dabei besteht eine Hackordnung.
Aufgrund der Grösse der Kuh zog sich die Völlerei 5 Tage lang hin, welche von 2 Regentagen unterbrochen wurde.
Bei Regen fliegen die Geier nicht. Ihr Gefieder macht sie einfach zu schwer.

Mehr Informationen zu den Geiern in Andalusien gibt es in einem Artikel von der Webseite “TarifaPuraVida” – „Geier in Tarifa“.

Gänsegeier im Naturpark “Los Alcornocales” bei Tarifa in Andalusien, Mitte Oktober 2018